Blick aus dem Fenster,
dunkel ins Dunkle hinaus,
wie aus der Höhle ins Tal,
aus einem wunden Erwachen
in hie und da Menschenlicht.
Fast grelle Sterne, Funken
ausgestreut zur Innenfläche
der Hand, die obenauf liegt
und dieses Wölbende umfasst,
auch diese eine Kostbarkeit,
leicht übersehbar das Gestirn,
das auf die andere Seite lockt.
Nun komm, sagt eine Stimme,
lass uns talaufwärts steigen,
vor noch der Tag erwacht.
Uwe Kolbe
Brancusi in Berlin
Die feinen Münder der Musen.
Sehr große Kiesel, dass sie die Blinden berühren.
Leda, verwandelte Liebe, im Séparée.
Und Vögel, Vögel gewisser Art.
Wer soll das glauben
Wer soll das glauben, das frische Grün an den Zweigen,
die Sonne zieht heiter herauf.
Wer soll das glauben, zur Frühe läuten die Glocken,
schon tuten sich Dampfer zu.
Wer soll das glauben, der Himmel ist makellos blau,
die Lerchen verschenken Lieder.
Wer soll das glauben, wir schauen vom Weinberg ins Land
und lachen, die Welt gehört uns.
Wer soll das glauben, es wird auch bald Regen geben,
im Garten wird alles gedeihen.
Wer soll das glauben, die Samen, die treiben im Wind,
künden von Dauer.
aus: DAS ALTER DER ELBE, S. Fischer Verlag Frankfurt am Main 2026
Dresdner Gefühl und Dresdner Geschmack
für Anna Ursula und Hans Scheib
In dieser Gegend
Wird eure Liebe
Begonnen haben.
Es sagen die Häuser,
Der Fluss und die Berge,
Die vielen Gründe
Tief eingeschnitten
Dank und Gruß.
Die viel geschmähte Gegend
Zärtlichkeit
Der Zeichner, Maler
Und Bühnenkunstlehrer,
Der Kunstausübung
Im Wandern.
Oder wird alles
Anders gewesen
Sein.
Anders.